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Schlagwort: laufen

Mein zweiter (und letzter?) offizieller Halbmarathon (HM 2014 in HH)

Der 20. Hella Halbmarathon Hamburg und somit mein zweiter offizieller Halbmarathon ist vorbei und ich habe wieder eine Menge gelernt!

Der offizielle Pressetext mit Ergebnissen der Sieger liesst sich gut und es einfach nur Wahnsinn, wie schnell diese Sportler sind. Unfassbar!

Mein Lauf war, wie auch der erste HM anstrengend, was mir zeigt, das ich einfach mehr Kilometer vorher konstant laufen muss und meinen Pace erhöhen muss, um unter die 2h Marke zu kommen.

Das Drumherum war sehr gut organisiert. Klamotten im Beutel mit Startnummer in die LKWs abgeben, diese wurden dann nach dem Lauf auch wieder nach Nummern ausgegeben, perfekt!

Start auf der Reeperbahn im Regen, leider kamm ich nicht an den Pacemaker für 2h ran, da es so voll war.

Bis ca. KM 11 lief alles fluffig – konnte aber ab KM12 meinen gewollten Pace von 5:30 leider nicht halten. Wenigstens diesmal keinerlei Krämpfe oder Mega-Abkacker, sondern Kampf auf den letzten 3km …

Running HM in HH 2014

Das Wetter, die Steigerungen und das Drumherum machten mir doch zu schaffen. Es war sehr schwül, der Regen am Anfang und die Anstiege nach Altona und zur Reeperbahn hoch waren doch zerrend.

Ab KM 7 nahm ich alle Trinkmöglichkeiten im Gehen war und musste zwischen KM 18-21 leider immer wieder 20 Sekunden Gehpausen einbauen. Mist!

hh2014-hm-4

Auch die Idee, vorher früh schlafen zu gehen, keine Alkohol zu trinken und ordentlich zu schlafen, hat leider wieder nicht geklappt.

Genauso wenig macht es Sinn, so ein Lauf kurz „erledigen“ zu wollen, anstatt ihn in ein langes Wochenende einzubetten und mit meiner Freundin, ein entspanntes langes Wochenende zu haben.

Gut ist, das ich keine Beschwerden hatte, wie Krämpfe oder andere Probleme, es tat mir nichts offensichtlich weh.

Die Brustwarzen-Pflaster sollte man übrigens nur auf eine rasierte Brust packen (Aua!), aber der Regen löste dieses Problem. Hinterher waren die Pflaster weg, aber die Nippel blutig – kein guter Tausch!

Die letzten KM zogen sich und einige Läufer lagen auf dem Boden oder gingen. Die Zielgerade war lang, aber irgendwann geschafft.

Nach Ankunft im Ziel, tausend Mal besser als der Mist in Düsseldorf beim Marathon. In HH geht man quasi um das Gebäude rum, wo auch die Duschen, Anmeldung etc ist und auf dem Weg dorthin, gibt man den Chip ab, bekommt seine Medaille, kann überall was trinken, es gibt Bananen und ganz am Ende, um die Meute dazu zu bewegen durch zu gehen, gibts dann endlich das verdiente  alkoholfreie Bier.

Die Stimmung an der Strecke war aufgrund des Regens mau und auch die Strecke fand ich erstaunlicherweise nicht beindruckend, weil man nie direkt am Wasser war, sondern immer nur auf der Straße und schön ist HH in der Innenstadt nun auch nicht. Gefällt mir die Strecke in Düsseldorf bei Staffel/Marathon viel besser!

Und sonst so?

Keine Ahnung. Gelaufen und irgendwie nicht wirklich rund – auch keinerlei „Aha-Erlebnis“ oder große Freunde bei mir. Eher so abgehackt. Doof! Mehr über das kurze Treffen mit Freunden und gutem Bier/Kaffee gefreut, als über das Erreichen der Zielgerade.

Warum so emotionslos leer dem Lauf gegenüber? Weiss ich leider nicht. Vielleicht war das selbstgesteckte Ziel zu niedrig, die Vorbereitung meinerseits zu mies, der Lauf nicht spannend, das Wetter halt einfach Mist oder ich habe es zu sehr auf die leichte Schulter genommen?

Vielleicht weil es der zweite Halbmarathon war und ich trotzdem nicht ganz easy durchgelaufen bin? Vielleicht sollte ich schon längst die große Distanz planen/laufen, weil grösseres Ziel und Schnelligkeit eines HM nicht meins ist? Vielleicht nicht ordentlich drauf hin gearbeitet? Zu selbstsicher? Vielleicht nicht spannend genug, weil ich Hamburg halt kenne? Wäre es in Amsterdam oder London anderes gewesen plus 3 Tage Urlaub und Freundin dabei?

Ziemliche Gefühls-Verwirrung, die jetzt anscheinend auch noch Einzug in mein Sportlerleben hält. Gar nicht gut! Gerade die Einfachheit des Laufens auf allen Ebenen ist mir sehr wichtig – egal was um einen herum passiert und egal was für alltägliche vermeintliche Katastrophen passieren – laufen bleibt laufen, so dachte ich.

Ich werde einfach mal ein paar Tage nicht laufen gehen und mich auf mein Fahrrad freuen, bzw. mal wieder Kendo in Angriff nehmen, das ich sehr vernachlässigt habe seit 3 Monaten, genau wegen den beiden 21ern.

 

Die Fakten:


Ergebniss HM, HH 2014

Meinen ersten offiziellen Halbmarathon

gelaufen. Ins Ziel gekommen. Was nicht primäres Ziel war, aber nun gut.

rewind. nachdem ich in den letzen Monaten/Jahren schon mehrmals die 21k geknackt hatte, war klar, das ich das ganze endlich mal „offiziell“ machen möchte, sprich Wettkampf.

Um nicht beim Debüt weit zu reisen, entschied ich mich für den „32. Benrather Volkslauf“ über 21k. Dies war schon mal eine sehr gute Entscheidung, da der Lauf, wie sich am Samstag zeigte, eine wirklich landschaftlich schöne und perfekt zu laufende flache Strecke durch die Natur bot. Perfekt für so ein Debüt!

Seit dem 1 Januar hatte ich mir ein Trainingsplan von Runtastic über 21k unter 2h zugelegt. Dies auf Empfehlung eines Bekannten und ich denke der Trainingsplan ist auch gut und man kann die Runtastic Trainingspläne empfehlen. Leider, auch durch das Praktikum in Berlin bedingt, schlonzte ich vorallem bei den so wichtigen Tempo- und Intervall-Einheiten. Dinge, die sich rächen, wenn man auf Zeit aus ist!

Am Samstag war es dann soweit. Ich fühlte mit gut, ausgeruht und „ready to rumble“. Der Lauftreff bzw. die Veranstaltung war sehr leicht per Benrath S-Bf erreichbar und strahlte eine schöne solide und warme Atmosphäre aus. Alles war sehr gut organisiert, Stände mit Bier, Kaffee und Waffeln waren aufgebaut und dazu viele freundliche, entspannte Gesichter. Hier fühlte ich mich direkt wohl. Irgendwie keine Massenevent und Leistungskampf, sondern eher nette Grillparty mit dem Angebot, jetzt gleich eben 21k laufen zu können, wer Lust hat.

Halbmarathon

Ich bereitete mich vor und ging entspannt zur Startlinie. Es war wunderbar im Wald! Die Strecke selber kannte ich nicht, außer den Teil am Unterbacher See. Das Wetter war angenehm kühl und bewölkt, wobei ein bisschen mehr Sonne schön gewesen wäre. Nichtsdestotrotz perfektes Laufwetter für mich, auch und gerade wegen meiner Pollenallergie und dem massiven Asthma letzten Jahres nach der Marathon Staffel. Rahmenbedingungen stimmten also alle! Top!

Und so es ging es, leicht verspätet um 15:45 los. Startschuss. Ich lief entspannt los und mit. Ich lief entspannt schneller mit und los. Und ich drosselte mich zwar innerlich, blieb aber bei ca. 5:40 – 5:50 auf die ersten 8km, aber es lief gefühlt sooo gut, die KM schienen gar kein Problem zu sein und auch nicht die ca. 5:30/Pace

Gleichzeitig erkannte ich aber schnell, das das ein großer Fehler war, den das Rennen war eben nicht in 2km zu Ende, sondern dann gerade erst Halbzeit. Leider nervt auch noch die runtastic app und meine Playlist massiv, weil irgendwie am rumspinnen. Ich war die ganze Zeit nur 5 Lieder in Schleife am hören. Sehr scheisse! Statt treibendem Rap, Folk-Lala bei nem Wettkampf!

Km 10 rum, Unterbacher See zu sehen, Motivation hoch („um den scheiss See rumkommen!“), aber erstmal nen Schluck Wasser im Gehen und somit erste „GehPause“, und weiter, egal wegen Musik, dann halt keine!

Leider 2km weiter genervt, ohne Musik, beim Laufen an der App rum am frimmeln. Irgendwie was anderes rein bekommen, egal was – Scheisse! Damit wars dann auch vorbei mit „im Tunnel“ und konzentriert, wie noch bei den KM 1 – 8 und bei ca. KM 13 der zu erwartende massive Einbruch, Tempo raus, runter auf 6:30 Pace … mal die getrocknete Aprikose und die 2 Pekan-Nüsse essen, um mich abzulenken. Menno!

Von Jedem wurde ich dann überholt, den ich vorher überholt hatte! Selber Schuld, Daniel! Selbst noch von einem älteren Herrn mit „Beer & Bier“ Shirt (! genau der Bierladen auf der Nord-Straße. Kurz überlegt in anzuquatschen und die nächsten 6km über Craftbier zu labbern.) und weiteren Läufern, die alle sehr fertig waren, aber im Gegensatz zu mir schneller.

Extrem faszinierend, eine große stattliche Anzahl an Läufern hatte ganz schön Bauch vor der Brust und auf der Hüfte und lief schnell, aber ordentlich? Viele hatten einen sehr komischen „Lauf-Gehstil“ – gesund sah das nicht aus, aber anscheinend schlauer als ich. Das Schöne an Wettkämpfen ist ja der Realitäts- und Demuts-Check. Andere Läufer mögen nicht so aussehen, aber sie können meilenweit fitter sein, als man selber denkt!

Endlich. Durchgekämpft, blöden See umrundet. Wieder zurück Richtung Benrath und somit Ziel. War doch fast geschafft, oder? Nur nochmal zusammenreissen!

Das versuchte ich auch, kam aber leider einfach nicht wieder in ein gutes gefühltes Tempo mehr rein und auf einmal spüre ich Wadenkrämpfe(eher einzelnes Beissen(?)) im rechten Bein, genau die Wade mit dem Muskelfasseriss vom vorletztes Jahr (deswegen damals HM in Amsterdam abgesagt). Panik vor Krämpfen? Panik nochmal nen Riss mir zu zuziehen? Ja, verdammt!

Und so schleppe ich ich mich ab KM 16 durch den Wald, mit jeweils ca. 1 Minute Gehpause (gefühlte Ewigkeit) zwischen den KMs, laufend immer bis wieder ein kurzer Beißer sich in der Wade meldete. Die Musik war eh aus und jetzt zählt nur noch irgendwie ankommen!

Ab KM 19 schleppte ich mich zusammen mit einem anderen Läufer Richtung Ziel. Schon spannend, was sowas psychologisch ausmacht.

2:12 – mehr war unter den Umständen leider nicht drin. Den kolossalen Fehler gemacht, die 21k zu unterschätzen. Ungeduldiger verdammter Anfänger! 21k sind nicht 10k Wettkampftempo!

Daniel beim Zieleinlauf

Anstatt ganz entspannt 6:00 Pace zu laufen und dann mit 2:06 ins Ziel zu laufen, oder sogar dann noch Kraft haben und die letzen Kilometer schneller zu laufen. Ach, dummer Daniel!

Desweiteren zu unterschätzen, das wenn der Körper 10k auf Wettkampftempo läuft, es eben nicht einfach mal möglich ist, runter zu fahren, um dann nochmals 11k entspannt zu laufen. wenn, muss es anderes herum erfolgen: erst langsam, dann schneller. Was die Wade betrifft, bleibt ein sehr mulmiges Gefühl – Sollbruchstelle – ich denke, es war das Tempo oder besser ich hoffe es!

HM Benrath

Toll, das Anna am Ziel da war für mich, um mich zu unterstützen und in Empfang zu nehmen. Das ist wirklich gut und wichtig und dafür bin ich ihr sehr dankbar!

Nun wie weiter? Gute Frage, eine Antwort! Weiter laufen!

Jedoch was machen? Gezielt am Tempo arbeiten und versuchen, dann einen neuen Anlauf auf 21k zu wagen? Die Anmeldung für Hamburg im Juni steht schon, den der Benrather Lauf sollte eben das sein: ein Testlauf. Wäre ich mir schon schuldig!

Oder es einfach sein zu lassen und einfach wieder 3x Woche 10k laufen gehen und gut ist? Ab und zu langer Lauf bis 2h? Auf Kendo konzentrieren? Oder die 21k abhaken und den Schwung und das Training auf volle Distanz zu gehen … Marathon im Herbst?

Entscheide ich, wenn ich wieder laufen kann! 😉

PS: Der Zeitungsbericht der RP-ONLINE. Parallel lief der „12. Karl-Heinz-Hahn-Walk“ – Deswegen die ganzen seltsamen Walker auf der Strecke! 😉

2500k

2500k

Damals im Winter 2007, als ich damit anfing, hätte ich niemals gedacht, das es je soweit kommen würde. Eine klassische Ablenkungsstrategie vor meinem Diplomprojekt musste her! Doch mit so einem Projekt vor der Nase, brauchte es schnelle kurze Ziele und auch Bewegung. Kendo war ja schön und gut, jedoch so unbefriedigend, weil schwer, in der Halle betrieben und eben nicht einfach
nachts möglich – Also fing ich anzulaufen, in den allerletzten Baumwollklamotten im Moskauer Park bei mir um die Ecke, mitten in der Stadt. Ein großer Vorteil, weil es nachts durchgehend beleuchtet ist, Ascheboden aussen rum und eine Runde ca. 800m lang ist, bzw. Runden. Doch mehr als 1 Runde waren leider eh nicht drin.

Ich kaufte mir den „Steffny“, lass und versuchte es strategischer: 3 Minuten laufen, 1 Minute gehen, usw. Es war beschämend, wie schlecht ich war, aber ich machte einfach weiter, irgendwann dann 3x 10 Minuten plus Pause, dann 2x 15 Min plus Pause und auf einmal nach ca. 3 Wochen, 30 Minuten am durchlaufen, ganz entspannt ohne umzukippen! Welch ein kleiner großer Triumph!

Und so zog ich meine Runden, nie achtete ich auf die Pace oder Strecke, entscheidend war Runde zu laufen, bzw. die 30 Minuten entspannt zu laufen. Richtige gute Laufschuhe von Asics leistete ich mir und Laufklamotten von Aldi halfen erheblich den Komfort im Herbst/Winter zu steigern. Währenddessen fing ich mit Nike+ System an und trackte mich selber. Dies war ein entscheidender Faktor, der mir sehr geholfen hat. Plus ich konnte Podcasts gegen die Langweile der Runden hören und meine Erfolge auf der Webseite verfolgen und mich freuen, wie ich immer fitter wurde.

Ich, der Laufen für Quatsch hielt. Ich, der meinte, das das doch nur was für Manager in der Midlife-Crises ist. Ich, der weit weg ist vom Körperbau eines Athleten, kurze Arme, kurze Beine, Hohlkreuz und Übergewicht, nie ein Sportass – und irgendwann lief ich dann die 40 Minuten und lies den Park hinter mir, lief durch die dunklen Straßen und Richtung Volksgarten, ein ca. 1.5km entfernter städtischer Park in Düsseldorf, Bilk. Nachts, im Regen, im Winter und aus 40 Minuten wurden 45 Minuten, und der Deich im Park wurde erreicht und noch ein Runde dran und bäng, ich war bei 10km angelangt! 60 Minuten zu laufen, ca.10, nach 2.5 Monaten, ohne Umzufallen! Ich, so! Freude!

So kam im Januar der erste 10er Wettkampf, um sich zu beweisen, auch wenns zu früh ist (Neujahrslauf in Ratingen! No Silvesterfeier!) und ich machte alle Anfängerfehler und lief erbärmlich, weil zu schnell gestartet, aber das war egal,den ich hatte es amtlich: 10 fuckin Kilometer!

Und so lief ich weiter, Jahr ein, Jahr aus, egal ob hier, in meine Zeit in Hamburg, das halbe Jahr in Island plus 10er Wettkampf in Reykjavik oder als ich Istanbul besuchte. Leider hatte ich meine Laufsachen nicht mit, als 2009/2010, um die Welt reiste. Ziemlich dumm, aber aus Fehlern lernt man! Im Lauf der Jahre wurden dann daraus bis zu 25km um Düsseldorf herum, und ein paar 10er Rennen kamen dazu, obwohl ich nie auf Geschwindigkeit trainierte oder gar „gewinnen“. Leider hatte ich letztes Jahr ein Muskelfassriss und musste meinen ersten 21er im Oktober in Amsterdam absagen (was sehr weh tat!) Deswegen zählt jetzt Konstanz, statt persönlicher Rekorde.

Dieses Jahr schenkte ich mir ein Laktattest und ein Lauftraining, um schneller zu werden, bzw Haltefehler zu erkennen, ua. eine große Rhein-Runde durch die verschneite windigeNacht. „Krank, aber wie toll“, dachte ich „endlich noch mehr bekloppte! Du bist nicht allein“

Im Mai liefen wir zu viert auch eine tolle Marathon Staffel. Die 3 Strecke, 16k lief ich zufrieden in 90 Minuten. Nach dem Staffel-Rennen kämpfte ich leider heftigst mit Asthma über den Sommer hinweg, was mich sehr zurück warf.

Nike+ läuft mittlerweile nicht mehr auf dem Nano, sondern via IOS und durch Brustgurt laufe ich jetzt seid Anfang des Jahres mit runtastic, um mich zu tracken. Die Technik wird immer besser. Ich warte auf Googles Glass oder die ganzen Smartuhren …

Doch zurück auf Anfang: es wieder fast Herbst und ich laufe im Moment nur 5 – 7km regelmässig. Doch das alles nicht schlimm. ich weiss, das ich bald wieder lange 15 -20er laufen werde, den ich weiss ja, das ich es kann. und das ich mir nichts mehr beweisen muss, ausser endlich nen offiziellen 21er im Frühjahr und dann den Großen 42er vor meinem Vierzigsten 😉

Und mit diesen Gedanken im Kopf, erinnerte mich auf einmal eine Stimme in meinem Headset daran, das ich gerade „2500k“ gelaufen bin. Genau dort wo alles begann! Ich freue mich sehr darüber und bin mächtig stolz auf mich, was höchst selten der Fall ist.

Es ist mir egal, das diese Zahl absoluter Kickifatz ist für soviele von Euch. Die 2500k fressen Triathleten und ambitionierte Läufer zum Frühstück. 2500k durch 5 Jahre … 500k durch 12 Monate … ca. 42k im Monat … 10k in der Woche … wahrlich keine Wunderwerte, auch wenn dazwischen Pausen waren, die sich bestimmt zu mindestens einem Jahr hochaddieren, Reisen von 10 Monaten, Verletzungen, egal!

Es ist mir egal, weil mich etwas ganz anderes bei der Geschichte so erfreut. Nicht die Zahlen sind es, sondern meine Konstanz und Leidenschaft für etwas! Endlich!

Es gibt kaum Dinge in meinem Leben, die ich liebe und die ich schon lange pflege. Dinge, die man gerne macht, durch alle Lebenslagen, egal wo. Dinge, die man gelernt hat, Dinge, die Routine bieten und Freude. Und Trost, wenn das Leben wieder einmal zuschlägt.

Laufen gehört zu meinem Leben dazu und ich denke, das wird auch nicht einfach wieder weg gehen, ausser durch Krankheit oder Behinderung.

Es ist sehr schön so etwas zu haben, wie einen guten Freund, der einen seit langer Zeit begleitet, durch viele Lebensphasen.

Ich wünschte sehr, ich könnte mehr Tätigkeiten dazu zählen, doch leider mangelt es mir bei fast allen andern Dingen an Leidenschaft und Disziplin. Obwohl das Laufen (und monatelanges Reisen) mir eben jene Disziplin beigebracht hat, das fast alles eine Frage der Prioritäten ist. Und machbar.

Wenn ich laufe, geht es mir gut, nehme die Welt wahr, so wie sie eigentlich ist; draussen, der Wind, das Wetter, Kälte, Hitze, die Elemente, die Jahreszeiten, Tiere, Bäume und Pflanzen. Kein verkackter Luxus und kein verkackter Status, kein Konsumieren und kein „müssen“ – no shortcuts!

Leider wohne ich schon zu lange hier in Düsseldorf, wo Berge, Meer und weite offene Landschaften weit weg sind. Ich kann hier weder jeden morgens surfen, noch nachmittags am Fels klettern, weder im Winter snowboarden oder Eisklettern versuchen und nicht wirklich lange Wanderungen unternehmen, um in der Natur zu sein, ohne alle 2 Meter jemanden zu treffen. Dinge, wie Kayak fahren oder alpines Wandern bleiben ein Wunsch, doch das Laufen geht immer!

Deswegen ist mir das Laufen zu meinem Methadon geworden. Methadon für meine Sehnsucht nach den großen offenen menschenleeren Landschaften, denen ich mich hingeben durfte und hoffentlich wieder darf.

Methadon, um meine physischen Grenzen im Kleinen immer wieder aufs Neue zu spüren. Draussen sein, mit Flora und Fauna, durch die Wildnis streifen und schauen, was hinter der nächsten Kreuzung lauert, das ist es, glaube ich, was ich wirklich geniesse.Ruhe vor der dummen Menschheit und ihrem immer währenden Gebrabbel aus schlechten Nachrichten, dem Social-Stream und vermeintlichen Verpflichtungen anderen gegenüber. Arbeit, Miete, Konsum, Scheißdreck.

Und so werde ich mein Methadon weiter einnehmen und laufen gehen. Nachts, im dunkeln, kalten und verschneiten Volksgarten. Meine Runden drehen und mich aus vollem Herzen freuen, das ich lebe! Auf weitere 2500k!

Lesempfehlungen:
the OATMEAL – http://theoatmeal.com/comics/running
Herbert Steffny – Das große Laufbuch, Südwest Verlag, 2011, ISBN 978-3517086422
Haruki Murakami – What I Talk About When I Talk About Running, Vintage-Verlag, ISBN 978-0099526155

„Nike+ so nen Quatsch!“

Nochmal (auch hier) der Hinweis auf diese Sendung/mp3 Die Vermessung des Selbst – Wie die Quantified-Self-Technologie aus | Forschung und Gesellschaft | Deutschlandradio Kultur.

Warum? Oft werde ich gefragt, was der Nike+ Quatsch soll. Meistens habe ich keine Lust zu diskutieren. Definitiv hat es nichts mit Posen zu tun, sondern Selbstbeobachtung, Reflexion, Diziplin, Datenerfassung und Body-Hacking. Und vorallem (wie immer) SPASS!

Dankenswerterweise bin ich nicht allein und auch im Vergleich zum Netz, nur ein Mini-Freak. Qualified-Self-Bewegung ist in Deutschland noch nicht wirklich angekommen – on es nur ein Trend, Meme oder der nächste heisse Scheiss ist, inklusive Web.3.0 beleuchtet dieses Features des DRadios. Die geschätzen (Damen) und Herren von Third Wave haben noch mehr dazu auf Ihrer Agenturwebseite. Viel Spass beim Hören!

[Update: Gerade durch den Lauf gestern ist mir wieder bewusst geworden, das es auch IMHO einen grossen Nachteil an der Selbstvermessung gibt. Es ist schwer, nicht die Daten verbessern zu wollen, damit „das gut aussieht“. daher werde ich erstmal in nächster zeit nur noch auf Zeit laufen und nicht mehr auf km ]

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Thema von Anders Norén.