roninarts.de

Menü Schließen

Kategorie: running (Seite 2 von 2)

2500k

2500k

Damals im Winter 2007, als ich damit anfing, hätte ich niemals gedacht, das es je soweit kommen würde. Eine klassische Ablenkungsstrategie vor meinem Diplomprojekt musste her! Doch mit so einem Projekt vor der Nase, brauchte es schnelle kurze Ziele und auch Bewegung. Kendo war ja schön und gut, jedoch so unbefriedigend, weil schwer, in der Halle betrieben und eben nicht einfach
nachts möglich – Also fing ich anzulaufen, in den allerletzten Baumwollklamotten im Moskauer Park bei mir um die Ecke, mitten in der Stadt. Ein großer Vorteil, weil es nachts durchgehend beleuchtet ist, Ascheboden aussen rum und eine Runde ca. 800m lang ist, bzw. Runden. Doch mehr als 1 Runde waren leider eh nicht drin.

Ich kaufte mir den „Steffny“, lass und versuchte es strategischer: 3 Minuten laufen, 1 Minute gehen, usw. Es war beschämend, wie schlecht ich war, aber ich machte einfach weiter, irgendwann dann 3x 10 Minuten plus Pause, dann 2x 15 Min plus Pause und auf einmal nach ca. 3 Wochen, 30 Minuten am durchlaufen, ganz entspannt ohne umzukippen! Welch ein kleiner großer Triumph!

Und so zog ich meine Runden, nie achtete ich auf die Pace oder Strecke, entscheidend war Runde zu laufen, bzw. die 30 Minuten entspannt zu laufen. Richtige gute Laufschuhe von Asics leistete ich mir und Laufklamotten von Aldi halfen erheblich den Komfort im Herbst/Winter zu steigern. Währenddessen fing ich mit Nike+ System an und trackte mich selber. Dies war ein entscheidender Faktor, der mir sehr geholfen hat. Plus ich konnte Podcasts gegen die Langweile der Runden hören und meine Erfolge auf der Webseite verfolgen und mich freuen, wie ich immer fitter wurde.

Ich, der Laufen für Quatsch hielt. Ich, der meinte, das das doch nur was für Manager in der Midlife-Crises ist. Ich, der weit weg ist vom Körperbau eines Athleten, kurze Arme, kurze Beine, Hohlkreuz und Übergewicht, nie ein Sportass – und irgendwann lief ich dann die 40 Minuten und lies den Park hinter mir, lief durch die dunklen Straßen und Richtung Volksgarten, ein ca. 1.5km entfernter städtischer Park in Düsseldorf, Bilk. Nachts, im Regen, im Winter und aus 40 Minuten wurden 45 Minuten, und der Deich im Park wurde erreicht und noch ein Runde dran und bäng, ich war bei 10km angelangt! 60 Minuten zu laufen, ca.10, nach 2.5 Monaten, ohne Umzufallen! Ich, so! Freude!

So kam im Januar der erste 10er Wettkampf, um sich zu beweisen, auch wenns zu früh ist (Neujahrslauf in Ratingen! No Silvesterfeier!) und ich machte alle Anfängerfehler und lief erbärmlich, weil zu schnell gestartet, aber das war egal,den ich hatte es amtlich: 10 fuckin Kilometer!

Und so lief ich weiter, Jahr ein, Jahr aus, egal ob hier, in meine Zeit in Hamburg, das halbe Jahr in Island plus 10er Wettkampf in Reykjavik oder als ich Istanbul besuchte. Leider hatte ich meine Laufsachen nicht mit, als 2009/2010, um die Welt reiste. Ziemlich dumm, aber aus Fehlern lernt man! Im Lauf der Jahre wurden dann daraus bis zu 25km um Düsseldorf herum, und ein paar 10er Rennen kamen dazu, obwohl ich nie auf Geschwindigkeit trainierte oder gar „gewinnen“. Leider hatte ich letztes Jahr ein Muskelfassriss und musste meinen ersten 21er im Oktober in Amsterdam absagen (was sehr weh tat!) Deswegen zählt jetzt Konstanz, statt persönlicher Rekorde.

Dieses Jahr schenkte ich mir ein Laktattest und ein Lauftraining, um schneller zu werden, bzw Haltefehler zu erkennen, ua. eine große Rhein-Runde durch die verschneite windigeNacht. „Krank, aber wie toll“, dachte ich „endlich noch mehr bekloppte! Du bist nicht allein“

Im Mai liefen wir zu viert auch eine tolle Marathon Staffel. Die 3 Strecke, 16k lief ich zufrieden in 90 Minuten. Nach dem Staffel-Rennen kämpfte ich leider heftigst mit Asthma über den Sommer hinweg, was mich sehr zurück warf.

Nike+ läuft mittlerweile nicht mehr auf dem Nano, sondern via IOS und durch Brustgurt laufe ich jetzt seid Anfang des Jahres mit runtastic, um mich zu tracken. Die Technik wird immer besser. Ich warte auf Googles Glass oder die ganzen Smartuhren …

Doch zurück auf Anfang: es wieder fast Herbst und ich laufe im Moment nur 5 – 7km regelmässig. Doch das alles nicht schlimm. ich weiss, das ich bald wieder lange 15 -20er laufen werde, den ich weiss ja, das ich es kann. und das ich mir nichts mehr beweisen muss, ausser endlich nen offiziellen 21er im Frühjahr und dann den Großen 42er vor meinem Vierzigsten 😉

Und mit diesen Gedanken im Kopf, erinnerte mich auf einmal eine Stimme in meinem Headset daran, das ich gerade „2500k“ gelaufen bin. Genau dort wo alles begann! Ich freue mich sehr darüber und bin mächtig stolz auf mich, was höchst selten der Fall ist.

Es ist mir egal, das diese Zahl absoluter Kickifatz ist für soviele von Euch. Die 2500k fressen Triathleten und ambitionierte Läufer zum Frühstück. 2500k durch 5 Jahre … 500k durch 12 Monate … ca. 42k im Monat … 10k in der Woche … wahrlich keine Wunderwerte, auch wenn dazwischen Pausen waren, die sich bestimmt zu mindestens einem Jahr hochaddieren, Reisen von 10 Monaten, Verletzungen, egal!

Es ist mir egal, weil mich etwas ganz anderes bei der Geschichte so erfreut. Nicht die Zahlen sind es, sondern meine Konstanz und Leidenschaft für etwas! Endlich!

Es gibt kaum Dinge in meinem Leben, die ich liebe und die ich schon lange pflege. Dinge, die man gerne macht, durch alle Lebenslagen, egal wo. Dinge, die man gelernt hat, Dinge, die Routine bieten und Freude. Und Trost, wenn das Leben wieder einmal zuschlägt.

Laufen gehört zu meinem Leben dazu und ich denke, das wird auch nicht einfach wieder weg gehen, ausser durch Krankheit oder Behinderung.

Es ist sehr schön so etwas zu haben, wie einen guten Freund, der einen seit langer Zeit begleitet, durch viele Lebensphasen.

Ich wünschte sehr, ich könnte mehr Tätigkeiten dazu zählen, doch leider mangelt es mir bei fast allen andern Dingen an Leidenschaft und Disziplin. Obwohl das Laufen (und monatelanges Reisen) mir eben jene Disziplin beigebracht hat, das fast alles eine Frage der Prioritäten ist. Und machbar.

Wenn ich laufe, geht es mir gut, nehme die Welt wahr, so wie sie eigentlich ist; draussen, der Wind, das Wetter, Kälte, Hitze, die Elemente, die Jahreszeiten, Tiere, Bäume und Pflanzen. Kein verkackter Luxus und kein verkackter Status, kein Konsumieren und kein „müssen“ – no shortcuts!

Leider wohne ich schon zu lange hier in Düsseldorf, wo Berge, Meer und weite offene Landschaften weit weg sind. Ich kann hier weder jeden morgens surfen, noch nachmittags am Fels klettern, weder im Winter snowboarden oder Eisklettern versuchen und nicht wirklich lange Wanderungen unternehmen, um in der Natur zu sein, ohne alle 2 Meter jemanden zu treffen. Dinge, wie Kayak fahren oder alpines Wandern bleiben ein Wunsch, doch das Laufen geht immer!

Deswegen ist mir das Laufen zu meinem Methadon geworden. Methadon für meine Sehnsucht nach den großen offenen menschenleeren Landschaften, denen ich mich hingeben durfte und hoffentlich wieder darf.

Methadon, um meine physischen Grenzen im Kleinen immer wieder aufs Neue zu spüren. Draussen sein, mit Flora und Fauna, durch die Wildnis streifen und schauen, was hinter der nächsten Kreuzung lauert, das ist es, glaube ich, was ich wirklich geniesse.Ruhe vor der dummen Menschheit und ihrem immer währenden Gebrabbel aus schlechten Nachrichten, dem Social-Stream und vermeintlichen Verpflichtungen anderen gegenüber. Arbeit, Miete, Konsum, Scheißdreck.

Und so werde ich mein Methadon weiter einnehmen und laufen gehen. Nachts, im dunkeln, kalten und verschneiten Volksgarten. Meine Runden drehen und mich aus vollem Herzen freuen, das ich lebe! Auf weitere 2500k!

Lesempfehlungen:
the OATMEAL – http://theoatmeal.com/comics/running
Herbert Steffny – Das große Laufbuch, Südwest Verlag, 2011, ISBN 978-3517086422
Haruki Murakami – What I Talk About When I Talk About Running, Vintage-Verlag, ISBN 978-0099526155

IANS = 5:22min/km

„Deine individuelle anaerobe Schwelle wurde bei einem Laktatwert von 4,27 mmol/l mit einer Geschwindigkeit von 3,10 m/s (5:22min/km) und einer HF von 177 S/min erreicht. Die Ausbelastung wurde mit einer HF von 193 S/min bei einem Laktatwert von 8,6 mmol/l und einer Geschwindigkeit von 3,5 m/s (4:45min/km) erreicht.“

Am Mittwoch meinen Laktat-Test im Rahmen des Bunert Laufkurs/-schule gehabt. Höchstspannend! In der Leichtatletik-Halle, Daniel, meinen „Coach“ getroffen. Der ließ mich dann auch erstmal 4 x 5 Bahnen a 200m laufen.Von 6:00 bis 04:45 wurde stufenweise das Tempo angezogen.Dazwischen ca. 30sec Pause mit Blutabnahme/Laktat-Messung! Am Ende war Sense bei mir! Sehr anstrengend!Vorallem nach Arbeitstag und wenig Schlaf.

Was folgert daraus? Ein Trainingsplan wird erstellt und es macht Sinn nach 4-5 Jahren Laufen, endlich mal kontrolliert mit Pulsuhr und -bereichen zu trainieren. Desweiteren freu ich mit auf Laufstilanalyse, Hinweise und Hilfe zu einem entspannteren Laufen.

Bis zum Beginn des Kurses werde ich mich jetzt dran gewöhnen müssen, mit Gurt auf der Brust zu laufen und 10k mit 75-85% und 2×6-8km mit 85-95% Intensität zu laufen.Bin gespannt und morgen mal mit den 10k anfangen.

PS: mal schauen, ob es meine Aldi Pulsuhr es noch tut, Empfehlungen für Pulsuhren? Günstigste von Polar? Garmin?

PS2: Sie tut es noch! 😀

und dann war da noch (die letzten wochen)

Ein gutes Konzert im Rahmen des „together“-festivals im Linken Zentrum vor gefühlt 100 Jahren, ua. mit „brandnew secondhand“ und „the middle ones“, die ich wieder rum sehr charming und interessant fand. ähnelten vom gesang her sehr den ganzen Kimya Dawson/JUNO_Soundtrack Sachen. Genau deswegen, reinhören!

Ein für mein Geschmack nicht gutes Konzert begab sich vor ca. 2 Wochen im Zakk. Trotz charmanter Begleitung, konnte mich das Thees „Ulle“ Uhlmann-Konzert nicht überzeugen. Andere Menschen schreiben das anders. Jegliche Distinktion „Tomtes“ eingetauscht gegen Pro7-Bundescontest-Klatschen-und-Dorfzelt-Singsang … Was hatte ich nur erwartet, ich Trottel? Abheften unter „Kettcar“–Syndrom (Klatschen, Mit-Singen und Schunkel als wärs die Müchner Freiheit, aber hey alles ist doch erlaubt! – Antwort: „Am Tisch“, ihr Penner! ) Gilt leider auch für den „Casper“… schönes Porträt und Konzert auf WDR im Rahmen der Reihe „Rockpalast:Backstage“– vielleicht mit Glück auf Festivals … was mich wieder an meinen Megafail mit „Arcade Fire“ erinnert, damals anno tobak 2005 im „Gebäude9“ verpasst … 

Die Bürde des Alters macht aber Spass mit Spotify! Sehr angetan! inbesondere mit Add-ons wie Last.fm.Kommt zusammen, was zusammen gehört. Social Music Streaming. Endlich LEGAL! aus der MusiK-Cloud. Kein DL, kein Rippen, keine verdammten Trägermedien mehr. 5 € im Monat! Bin ich dabei! Braucht Mensch zusammen mit Byte.fm noch mehr?

Ja, erstens das selbe für Filme, insbesondere HBO Serien und natürlich ne gescheite SPEX. Mal wieder werden die Redakteure ausgetauscht. Eine Chance geben ja, rein aus Sympathie für das was die SPEX mal war. Doch nach dem Spon-Interview überwiegen die Zweifel. Nun ja. Abwarten und Pitchfork lesen.

Interessanter ist da doch das HIPHOP Special der de:bug diesen Monat (in der Hoffnung aufs PDF). Asche auf mein Haupt, auch ich habe nach gefühlten 12 Monaten Hype endlich Cro entdeckt. Macht Spass, ein bisschen KayneW für Deutschland und lässt die Wartezeit auf die Neue (OPKAK Interview) von Frittenbude erträglich erscheinen.

Apropos Fritten! „Klotschke“ ist Schrott. Weder kommt man dort auf die Idee, selbstgemachten WARMEN Ketchup anzubieten, noch vegane Alternative zu den Würsten. Im Jahre 2012. Wenn schon CURRY CopyCat, dann doch bitter besser! Die Pommes waren wenige, nicht frisch und von schlechter Statur. Die Mayo Saucen ok, aber teuer. irgendwie scheint das alles nicht durchdacht. von unten nach oben. All unsere Hoffnung liegt nun auf Frittenwahn, welche anscheinend gerafft haben, das Design nicht alles ißt, sondern neben Bio-Alles, auch vegane Optionen anbieten und laut hörensagen, hervoragende Pommes. Wir sehen uns!

Genau wie meinen Freund Marc im Düsseldorfer Landtag! Der Teufelskerl hat sich endlich nach all den Jahren Freizeitentzug entschlossen, mit den Piraten zusammen ernst zu machen und unseren Landestag zu entern! Absolut grossartig und spannend! Vorallem nötig! Fähige Personen in die Politik zu bekommen. Danke Marc, danke liebe Piraten – Wir brauchen Euch jetzt mehr den je!.

Brauchen gleich Brauen? Fast! Mittlerweile wurden alle Hausbrauereien und deren Braumeister mit Hannos und meinem „Pacific Hoppy Brown Ale“ versorgt und der Kontakt zu (Hobby)brauern augebaut, Weder das Uerige, noch Füchschen oder Schumacher haben sich zurückgemeldet! Nur das „Schlüssel“ gab dankenswerterweise ein kurzes Statement ab.
Ich habs jetzt mal schriftlich bei Uerige und Füchschen versucht.
Parallel dazu ist leider auch noch nichts aus meiner Idee geworden, ein Betriebspraktikum bei einer der Hausbrauereien zu machen. Es scheint so, als wäre es in Deutschland doch nicht so leicht, im „Alter“ einfach mal was Neues zu machen. Zuviel Kastendenken und Kohle zählen … Nun ja, abwarten, weiterbrauen und Sticke-Alt trinken! Danke Mich!

Letzendlich bleibt es dabei: 21km habe ich (entspannt) in 2h erneut gepackt und zwar hoffentlich auch bald offiziell in Amsterdam im Oktober beim dortigen Halbmarathon für den ich mich anmelden werde. Bis dahin vertrödel ich unsere Zeit mit einem Lauf über Düsseldorfer Brücken am 22.4. und freue mich, Kendo hoffentlich ab jetzt brav und regelmässig in Rüstung zu betreiben. Wer weiss, das nächste Dr. Goto Tunier kommt auch dieses Jahr früher als man denkt.

Billiard könnte durch meine Begleitung und Frankie ein regelmässiger Zeitvertreib werden an Regenwochenenden. Ein gute Option bei dem kurzen Frühling. Nun scheint er wieder weg zu sein. Das macht nicht glücklich. Ostern überlebt und schon bald in den Mai tanzen!

„Nike+ so nen Quatsch!“

Nochmal (auch hier) der Hinweis auf diese Sendung/mp3 Die Vermessung des Selbst – Wie die Quantified-Self-Technologie aus | Forschung und Gesellschaft | Deutschlandradio Kultur.

Warum? Oft werde ich gefragt, was der Nike+ Quatsch soll. Meistens habe ich keine Lust zu diskutieren. Definitiv hat es nichts mit Posen zu tun, sondern Selbstbeobachtung, Reflexion, Diziplin, Datenerfassung und Body-Hacking. Und vorallem (wie immer) SPASS!

Dankenswerterweise bin ich nicht allein und auch im Vergleich zum Netz, nur ein Mini-Freak. Qualified-Self-Bewegung ist in Deutschland noch nicht wirklich angekommen – on es nur ein Trend, Meme oder der nächste heisse Scheiss ist, inklusive Web.3.0 beleuchtet dieses Features des DRadios. Die geschätzen (Damen) und Herren von Third Wave haben noch mehr dazu auf Ihrer Agenturwebseite. Viel Spass beim Hören!

[Update: Gerade durch den Lauf gestern ist mir wieder bewusst geworden, das es auch IMHO einen grossen Nachteil an der Selbstvermessung gibt. Es ist schwer, nicht die Daten verbessern zu wollen, damit „das gut aussieht“. daher werde ich erstmal in nächster zeit nur noch auf Zeit laufen und nicht mehr auf km ]

© 2017 roninarts.de. Alle Rechte vorbehalten.

Thema von Anders Norén.